Verona hat es mir vom ersten Augenblick an angetan. Drei Tage war ich dort als Alleinreisende unterwegs und habe die italienische Stadt an der Etsch ausgiebig genossen. Infos rund um die Altstadt und Sehenswürdigkeiten von Verona fasse ich dir zusammen und berichte von meinen Highlights und Erfahrungen. Finde darüber hinaus Wissenswertes und Tipps für deinen Urlaub in Verona.
Inhalte
Land: Italien
Lage: im Nordosten Italiens am Fuße der Voralpen, östlich vom Gardasee
Einwohnerzahl: rund 256.000
Bezeichnung der Bewohner: Veronese (sg.), Veronesi (pl.)
Nice to know:
Verona war für mich Liebe auf den ersten Blick. Die norditalienische Stadt bezauberte mich sofort mit ihrer Eleganz, Schönheit und den vielen historischen Bauwerken unterschiedlichster Epochen. Vom Gardasee kommend erschien mir Verona geradezu “echt italienisch” und international. Dass hier jemand Deutsch spricht, konnte ich, anders als am Gardasee, nicht erwarten. Auch das Klientel war ein anderes: jung, international und instagrammable.
Für drei Nächte habe ich mich im gleichnamigen Hotel Verona eingebucht. Die Lage ist zentral nahe der Arena, jedoch an der Hauptstraße Corso Porta Nuova gelegen. Sobald ich das Hotel verlassen habe, war ich umgeben von Cafés und Restaurants. Die Arena ist nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Die Preise des Hotels waren im Mai sehr günstig für die Lage und die Mitarbeiter waren überaus freundlich und hilfsbereit.
Bei Stadtrundgängen durch die Altstadt oder entlang der Etsch gab es immer etwas Neues zu entdecken oder eine schöne Perspektive zu fotografieren. Drei Tage in dieser lieblichen Stadt zu verbringen, war für mich absolut richtig, um in die Atmosphäre einzutauchen und Verona von verschiedenen Seiten erleben zu können.
Verona war für mich so viel mehr als die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia. Die Arena di Verona strahlte Erhabenheit aus, in der Stadt fanden sich zahlreiche Plätze mit romantischem Flair, durch die Straßen und Gassen ließ es sich genüsslich schlendern, das Eis war köstlich. Gab es etwas, das mir in Verona nicht gefallen hat? Ich glaube nicht.
Das Tourismusbüro Verona bietet für Besucher die Verona Card an. Mit der Karte kannst du viele Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Museen kostenlos oder vergünstigt besuchen. An einigen Orten brauchst du mit der Verona Card keine Wartezeiten einplanen und kannst die Schlangen umgehen. Darüber hinaus sind alle Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln abgedeckt.
Die Verona Card gibt es in zwei Varianten:
Ob sich die Verona Card für dich lohnt, solltest du im Vorfeld einmal selbst überschlagen. Für mich kam sie nicht infrage. Zum einen benötigte ich keinen ÖPNV, da ich in Verona bzw. der Altstadt gut zu Fuß unterwegs war. Zum anderen sind viele Kirchen im freiem Eintritt enthalten, die mich persönlich nicht interessiert haben. Nachdem ich außerdem mit dem Rezeptionisten in meinem Hotel gesprochen habe und fragte, ob sich die Card lohne, gab er mir ein paar Insidertipps.
Die Altstadt von Verona liegt in einer Schleife des Flusses Etsch. Die Stadt wurde im 1. Jahrhundert vor Christus von den Römern gegründet, so alt sind teilweise einige der hier zu findenden Bauten. Dazu gehören etwa die Sehenswürdigkeiten:
Weil die Altstadt von Verona unter anderem auf eine authentische Weise verschiedene Epochen ihrer 2.000-jährigen Geschichte repräsentiert (Römerzeit, Romanik, Mittelalter und Renaissance), wurde sie im Jahr 2000 von der UNSECO zum "Kulturellen Erbe der Menschheit" ernannt. Bei einem Rundgang durch die Stadt wirst du Zeuge, wie sie auf natürliche Art und Weise weiterentwickelt wurde. Gleichzeitig wird deutlich, wie viel dafür getan werden muss, um diese historischen Schätze sowie das Stadtbild zu erhalten.
Das historische Zentrum lässt sich hervorragend auf eigene Faust erkunden. Ich habe mich jeden Tag durch die Straßen treiben lassen und konnte mich gar nicht sattsehen an den Gebäuden und konnte die Stimmung nicht genug aufsaugen. Fast alle Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Altstadt und lassen sich ohne Probleme zu Fuß erkunden. Neben den oben genannten sind das beispielsweise:
In Verona gibt es eine Reihe an Sehenswürdigkeiten. Meiner Meinung nach lohnt es sich, zwei bis drei Tage in der Stadt einzuplanen, damit du dir alle "Must Sees" und die verborgenen Ecken in Ruhe ansehen kannst und gegebenenfalls Zeit für Veranstaltungen hast.
Die Arena von Verona faszinierte mich vom ersten Augenblick an. Sie befindet sich an der zentralen Piazza Brà. Wurde sie einst außerhalb der Stadtmauern errichtet, gehört sie heute zur Altstadt. Ich habe ein Faible für solche historischen Bauten: die Dimension, Pracht und der Zustand haben mich vollends begeistert.
Die Arena di Verona ist neben dem Kolosseum in Rom
eines der besterhaltenen Amphitheater. Es entstand 30 nach Christus und ist damit sogar älter als das Kolosseum. Dieses Bauwerk
wird bald 2.000 Jahre alt und immer noch genutzt. Damals war Platz für 30.000 Zuschauer auf den Rängen. Hier fanden Gladiatoren- und Wettkämpfe statt, die von der Menge lautstark bejubelt wurden.
Heute wird die Arena von Verona noch immer bespielt und bietet etwa 22.000 Menschen Platz. Besonders bekannt sind die Opernfestspiele im Sommer und darüber hinaus Konzerte von Weltstars wie den Scorpions, Gianna Nannini, Bryan Adams, Bon Jovi und Bruce Springsteen. Die Akustik ist hervorragend und kann mit jeder modernen Halle und jedem Stadion ohne Probleme mithalten.
Während meiner Reisevorbereitungen habe ich nach Veranstaltungen geschaut, aber nichts gefunden. Ich war im Mai dort und die Opernaufführungen sollten erst kurze Zeit später beginnen. Von dem netten Rezeptionisten meines Hotels erfuhr ich, dass die Scorpions während meines Aufenthaltes in der Arena spielen würden. Ob ich die kennen würde?
Ehrlicherweise hätte ich jedes Konzert besucht, einfach nur des Erlebnisses wegen. Die Scorpions als bekannte deutsche Band waren umso aufregender. Mir war bis dahin gar nicht bewusst, dass die Band um Klaus Meine SO berühmt ist. Wikipedia schreibt dazu: “Mit über 110 Millionen verkauften Tonträgern und 50 Jahren auf der Bühne gehören die Scorpions zu den erfolgreichsten und langlebigsten Bands der modernen Musikgeschichte.”
Solltest du die Chance und das Geld haben, eine Veranstaltung zu besuchen, kann ich das definitiv empfehlen. Ich habe mich für ein Ticket der günstigsten Kategorie entschieden (bei den Scorpions waren das etwa 70 Euro). In der Arena bedeutet die
günstigste Kategorie freie Platzwahl auf den obersten Rängen auf den Steinstufen. Nimm für den Fall eine
weiche Unterlage wie eine Jacke oder ein Sitzkissen mit, denn die Stufen sind uneben und werden irgendwann unbequem, zumal du dich nicht anlehnen kannst – hinter deinem Rücken sind die Waden der Leute, die auf der Stufe über dir sitzen.
Als ob ein grandioser Konzertabend in einem Amphitheater nicht genug war, machte ich mich am nächsten Morgen wieder auf, um die Arena von Verona in Ruhe zu besichtigen. Obwohl ich sie nun kannte, wandelte ich voller Ehrfurcht durch die Gänge und versuchte mir auszumalen, was hier vor rund 2.000 Jahren passierte. Wer waren die Gladiatoren? Wurde wirklich mit wilden Tieren gekämpft? Wie war die Stimmung auf den Rängen, auf denen ich gestern Abend auch saß? Mussten hier wirklich Christen um ihres Glaubens willen sterben?
Da ich sehr früh da war, war nicht allzu viel los. Ich genoss die Ruhe, die Historie und bewunderte im Stillen die Römer für dieses Bauwerk. Im Inneren eröffnet sich der Zuschauerraum und wirkt ohne die Zuschauer noch imposanter.
Das Amphitheater von Verona war ursprünglich 152 × 113 Meter groß, rund 24 Meter hoch und hatte 72 Außenbögen. Heute sind von den Bögen nur noch vier erhalten, dadurch “schrumpfen” die Maße auf 138 × 109 Meter. Die Fassade bestand aus weißem und rosa Kalkstein, wie man an den vorhandenen Außenbögen erkennen kann. Der Eintritt für die Arena beträgt ohne Verona Card 12 Euro für Erwachsene. Du erhältst ein Ticket entweder an der Kasse vor Ort oder kannst es online buchen.
Zu einem Besuch Veronas gehört ein Gang zum berühmten Balkon der Giulietta. Die tragische und berühmte Liebesgeschichte um Romeo und Julia von William Shakespeare spielt unter anderem in dieser Szenerie. Zumindest dachte man das. Im echten Verona gehörte das “Haus der Capulets” einer wohlhabenden Familie namens Dal Cappello. Die Ähnlichkeit der Namen Capulet ‒ Cappello soll dazu geführt haben, dass man an diesem Ort das fiktionale Elternhaus von Julia und die berühmte Balkonszene vermutete.
Ich konnte mein Glück kaum fassen: Die sonst so lange Schlange war so kurz, dass ich nur fünf Minuten warten musste. Im kleinen Innenhof bewunderte eine Schulklasse den Balkon, Besucher ließen sich mit der Bronzestatue der Julia fotografieren. Sie zu berühren soll Glück bringen. Der Balkon ist übrigens nicht “echt”. Er wurde nachträglich für Touristen angebaut. Dennoch gehört “Julias Balkon” wohl zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Verona. Wenn du vorbeikommst und die Schlange nicht allzu lang ist, wirf einen Blick in den Innenhof und auf den Balkon. Ansonsten gibt es meiner Meinung nach interessantere Orte in Verona.
Das Casa di Giulietta befindet sich nahe der Piazza delle Erbe. Der Zugang zum Innenhof mit dem Balkon und der Bronzestatue ist kostenlos. Im Haus gibt es ein kleines Museum, über das du auch Zutritt auf den Balkon erhältst und dich wie Julia fühlen darfst.
Der Torre dei Lamberti ist ein herausragendes Merkmal von Verona – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit seinen 84 Metern überragt er die Stadt als höchstes Gebäude und bietet einen schönen Rundumblick. Achtung: Die Aussichtsterrasse bzw. der Ausblick wird mit einem Sicherheitsnetz geschützt, was sich auf die Sicht und Fotos auswirken kann.
Der Turm wurde 1172 auf Wunsch der einflussreichen Familie Lamberti errichtet. Zu diesem Zeitpunkt war der Torre nur 37 Meter hoch. 1403 schlug ein Blitz in die Turmspitze ein, was einen Brand und den Einsturz dieser zur Folge hatte. 1448 wurde der Torre dei Lamberti wieder aufgebaut und im Zuge dessen um den achteckigen Glockenstuhl aufgestockt. Damit erreichte er seine heutige Höhe.
368 Stufen sind es bis nach oben, wenn du Treppe steigen möchtest. Es gibt alternativ einen Aufzug. Der Eingang samt Ticketkauf zum Torre dei Lamberti befindet sich in einer Seitenstraße der Piazza delle Erbe. Da wenig Platz auf der Aussichtsplattform ist, wird nur eine begrenzte Anzahl an Touristen heraufgelassen. Als ich da war, war eine Schulklasse oben und ich wurde gebeten, später wiederzukommen. Je nach Saison und Wochentag kann es sich lohnen, ein Ticket vorab zu reservieren oder du bringst etwas Wartezeit mit. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 6 Euro.
Meine
persönliche Meinung zum Aufstieg: Rundumsichten über eine Stadt finde ich immer toll. Doch in diesem Fall kann das Erlebnis für mich nicht mit einem Aufstieg zum Castel San Pietro mithalten, das zudem kostenlos ist. Der Rezeptionist in meinem Hotel empfahl mir, den Torre dei Lamberti auszulassen und stattdessen abends zum Castel San Pietro zu gehen, um den Sonnenuntergang zu sehen. Was soll ich sagen? Ich finde, er hatte recht.
Das Castel San Pietro ist nicht per se eine Sehenswürdigkeit, aber der Ort ist wegen seiner Aussicht auf Verona definitiv einen Besuch wert! Das Castel liegt auf der rechten Seite der Etsch oberhalb des Teatro Romano. Von der Brücke Ponte Pietra im Norden der Altstadt gelangst du am besten dorthin.
Das Castel San Pietro ist einer der beliebtesten und meiner Meinung nach schönsten Aussichtspunkte von Verona. Du kannst entweder mit einer kleinen Seilbahn hinauffahren (Preis für eine Fahrt 2 Euro, Hin- und Rückfahrt 3 Euro) und so 55 Höhenmeter überwinden oder gemütlich hochspazieren. Das dauert gar nicht so lange, etwa 10 bis 15 Minuten habe ich gebraucht. Du wirst bereits unterwegs mit schönen Aussichten belohnt. Oben angekommen nimmst du entspannt auf der altehrwürdigen Castelmauer Platz und kannst einen weiten Blick über die Etsch und die Altstadt von Verona genießen.
Ich war abends dort und stellte fest, dass dieser Ort ein Hotspot ist – bei Touristen und Einheimischen.
Hier verbringt man eine gute Zeit und verabredet sich mit ein paar mitgebrachten Drinks zum Sonnenuntergang. Auch auf viele Liebespaare wirst du treffen. Und all das bekommst du: ganz
kostenlos. Wenn ich wählen müsste zwischen Torre dei Lamberti und Castel San Pietro, würde ich mich immer wieder für das Castel entscheiden.
Das Castelvecchio gehört ebenfalls zu den sehenswerten Bauten Veronas. Die Kastellburg der Scaliger entstand zwischen 1354 und 1356. Wie viele andere Burgen in der Umgebung (etwa in Sirmione) diente sie nicht nur zum Schutz von Außen, sondern auch gegen die eigene Bevölkerung und sogar gegen Familienangehörige. Tatsächlich fanden Putschversuche innerhalb der Familie statt, was ein Grund für den Bau der Scaligerbrücke war.
Heute befindet sich im Castelveccio ein (Kunst)Museum, es eignet sich also gut für Regentage oder wenn du besonders an Kunst interessiert bist. Ausgestellt werden Sammlungen mittelalterlicher, Renaissance- und moderner Kunst bis zum 18. Jahrhundert.
Direkt neben dem Castelvecchio steht der Arco dei Gavi, der Ehrenbogen Veronas. Dieser stammt aus römischer Zeit und ist ähnlich alt wie die Arena: Der Bogen wurde im 1. Jahrhundert nach Christus für die hochangesehene Familie Gavi errichtet. Seit 1932 steht er wieder dort, denn 1805 wurde er unter der französischen Herrschaft Napoleons abgerissen.
Im Mittelalter wurde der Arco dei Gavi zum Stadttor umfunktioniert. Als die Franzosen kamen, wurde der Bogen abgetragen, damit die Militäreinheiten besser passieren konnten. Das Baumaterial wurde allerdings aufbewahrt und somit konnte der Arco mit den ursprünglichen Steinen unweit des echten Standortes wieder errichtet werden.
Täglich führte mich mein Weg von der Hauptstraße Corso Porta Nuova kommend durch das Portoni della Brà. Dieses einmal passiert, befand ich mich an der Piazza Brà mit der Arena.
Erstmals erwähnt wurde an dieser Stelle 1257 ein Tor namens “della Braida”, zuletzt erwähnt wurde es 1459. Das Tor soll zunächst nur einen Bogen gehabt haben. Von hier aus
gab es einen überdachten Weg bis zum Castelvecchio. Die Erweiterung des zweiten Bogens fand wahrscheinlich zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert statt. Die Uhr kam erst viel später, 1872. Den ersten Vorschlag, die Portoni della Brà mit einer solchen zu versehen, soll es bereits 1584 gegeben haben.
Am rechten Ufer der Etsch, nicht weit entfernt von der Ponte Pietra, befindet sich das Teatro Romano. Das römische Theater entstand 20 vor Christus. Vielleicht kann man es als die kleine Schwester der Arena bezeichnen, denn hier fanden unter anderem Theatervorstellungen statt. Vor herrlicher Kulisse soll die Akustik hervorragend (gewesen) sein. Heute finden hier immer noch Vorstellungen und Veranstaltungen statt. Das Teatro hat
Kapazitäten für 1.860 Gäste. Neben der Ausgrabungsstätte des 105 Meter weiten Halbrund gibt es ein archäologisches Museum. Ich habe das Teatro Romano leider nicht besucht. Verschlägt es mich wieder nach Verona, steht es ganz oben auf meiner Liste.
Die Altstadt von Verona liegt, wie weiter oben erwähnt, in einer Schleife des Flusses Etsch. Viele Brücken führen in die Stadt hinein bzw. heraus ans andere Ufer, an dem du um die Stadt herumspazieren kannst. Die beiden bekanntesten und schönsten Brücken sind die Ponte Scaligero und die Ponte Pietra, bei denen es sich jeweils um Fußgängerbrücken handelt.
Die Ponte Scaligero, zu Deutsch: Scaligerbrücke, ist für mich ein beeindruckendes und wunderschönes Bauwerk. Von 1355 bis 1357 wurde sie als Fluchtweg aus dem Castelvecchio gebaut und war nur den dort lebenden Personen zugänglich. Französische Truppen 1802 und deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg schafften das, was Naturgewalten und Fluten über Jahrhunderte nicht schafften: Sie zerstörten die robuste Brücke. Das, was wir heute sehen, ist eine originalgetreue Wiederherstellung von 1949 bis 1951.
Heute ist die Scaligerbrücke öffentlich zugänglich und verbindet die Altstadt im Südwesten mit der anderen Etschseite. Sie ist 120 Meter lang, sechs Meter breit und mit ihren Zinnen und Treppen aus rotem Backstein ein echter Hingucker. Ich habe es geliebt, auf die Mauern zu steigen und den Blick über die Etsch schweifen zu lassen. Auf der Brücke waren ein Maler, der von Touristen Portraits erstellte, sowie ein Straßenmusiker. Ich mochte die Atmosphäre besonders und war mehrmals da. An einem entspannten Nachmittag nahm ich ein Buch mit, setzte mich auf eine Bank ans andere Flussufer und genoss den Blick auf die Ponte Scaligero, das Castelvecchio und die hier herrschende Ruhe vor den meisten Touristen.
Im Norden Veronas befindet sich die zweite sehenswerte Brücke, die Ponte Pietra. Hierbei handelt es sich um eine römische Bogenbrücke, deren Ursprung im Jahr 100 vor Christus liegt. Durch ihre wunderschöne Lage ist sie das perfekte Fotomotiv. Nicht nur die Brücke selbst mit ihren fünf Bögen, sondern die umgebende Landschaft und die städtischen Bauten machen sie ebenfalls zu einem Hingucker.
Die Brücke, wie wir sie heute sehen, ist nicht als Originalbau erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie von Hochwasser zerstört, mehrmals renoviert und zuletzt von den Deutschen zum Kriegsende 1945 gesprengt. Ab 1957 wurde sie mit originalem Material wieder aufgebaut. Somit ist die Ponte Pietra ein baulicher Mix verschiedener Epochen geworden:
Römer, Scaliger und venezianischer Einfluss.
Als ob Verona nicht schon genug zu bieten hätte, gibt es drei Plätze, die unbedingt sehenswert sind und sich aus lauter kleinen und großen Juwelen zusammensetzen.
Die Piazza Brà ist vermutlich das erste, was du von der Altstadt sehen wirst. Auf dem größten Platz in Verona befindet sich die Arena di Verona. Die weitläufigen Flächen, der kleine Park mit den vielen Bänken, die zahlreichen Restaurants, die sich um die Piazza reihen, bunte Fassaden und die Atmosphäre laden zum Verweilen ein. Nicht nur die Arena beeindruckt, sondern auch der hier ansässige Palazzo Barbieri sowie der Palazzo della Gran Guardia.
Für Fotos ohne viele Touris eignen sich die Morgenstunden am besten. Am Abend geht es quirlig zu. Die Arena ist illuminiert, in den vielen Restaurants tummeln sich Genießer und auf der Piazza Brà verkaufen Händler ihre Leuchtspielzeuge. “Stimmungsvoll” ist für die Piazza Brà das richtige Wort am Abend.
Das beste Eis habe ich im “Tugò - Gelateria yogurteria” unweit der Piazza Brà gegessen. Der Laden ist klein und unscheinbar. An beiden Abenden, an denen ich mir ein Eis gönnte, war die gleiche Verkäuferin da, vielleicht war sie sogar die Inhaberin. Genauso stelle ich mir jemanden vor, der sein Produkt liebt und es selbst herstellt. Das Eis war lecker, üppig und gab es zu einem (damals) sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, dafür dass das Geschäft in unmittelbarer Nähe zur Piazza Brà liegt.
Auf der Piazza delle Erbe im Herzen Veronas herrscht
reges Treiben. Nicht nur in der heutigen Zeit, sondern der Platz ist seit Jahrhunderten das gesellschaftliche Zentrum. Händler bieten in schier unendlicher Reihe ihre Waren und Souvenirs an. Neben Schmuck, Kleidung, venezianischen Masken und Mitbringseln findest du auch jede Menge Stände mit frischem Obst und den Fruchtbechern, die ich zum ersten Mal in
Garda am Gardasee gesehen habe. An heißen Tagen für mich und meinen kleinen Hunger genau das Richtige. Wenn du lieber klassisch das “Dolce Vita” genießen willst, findest du zahlreiche Cafés und Restaurants.
Doch es sind nicht (nur) die Stände, die die Piazza delle Erbe auszeichnen. Hier reiht sich ein historisches Gebäude an das nächste. Der Torre dei Lamberti, Paläste, Monumente, Statuen und kunstvolle Fassaden aus unterschiedlichen Epochen bilden den Rahmen der Piazza. In der Mitte steht das älteste Symbol des Platzes: Die “Madonna Verona” aus dem Jahr 1368. Die Madonna und der Sockel werden allerdings auf das 4. Jahrhundert datiert und stammen aus römischer Zeit.
Die Piazza delle Erbe befindet sich im
Zentrum der Stadt. Startest du an der Piazza Brà, führt dich die Via Giuseppe Mazzini, die belebte Einkaufsstraße, dorthin. Am Ende der Straße musst du links abbiegen und bist da.
Nordöstlich der Piazza delle Erbe grenzt das nächste Schmuckstück: die Piazza dei Signori. Der Platz ist kleiner, wird aber von beeindruckenden Bauten und Palazzi aus wieder unterschiedlichen Epochen umrahmt. Hier war von 1260 bis 1387 das Machtzentrum der Scaliger, die über Verona regierten. Aus der Zeit zeugen beispielsweise der Palazzo degli Scaligeri mit den für die Scaligerbauten typischen Schwalbenschwanzzinnen. Angrenzend im Nordosten an die Piazza dei Signori befinden sich die schmuckvollen Scaliger-Grabmäler von bedeutenden früheren Stadtherren.
In der Mitte des Platzes ist ein
Denkmal des Dichters und Philosophen Dante Alighieri, der sich zeitweise in Verona im Exil aufhielt.
Bist du auf der Piazza dei Signori, empfehle ich dir, einen kurzen Abstecher in den Innenhof des Palazzo della Ragione zu machen. Dieser ist wirklich prachtvoll mit seinen Bögen, der Treppe und seiner Fassade aus rotem Ziegel- und hellem Tuffstein. Außerdem hast du hier eine andere Perspektive auf den 84 Meter hohen Torre dei Lamberti.
Vor Verona war ich mit Bus und Bahn am Gardasee angereist und unterwegs. Von Garda am Gardasee nahm ich den Linienbus nach Verona. Es gibt verschiedene Verbindungen, die du auf der Seite von ATV Verona nachsehen kannst. Direktverbindungen benötigen je nach Linie zwischen 50 Minuten und anderthalb Stunden. Der Preis für ein Einzelticket beträgt 4,60 Euro (Stand: Februar 2025). Tickets kannst du beispielsweise mit der App “Ticket Bus Verona” kaufen und dir damit zusätzlich passende Verbindungen raussuchen.
Zurück nach Köln bin ich geflogen. Das lag daran, dass die Zugverbindung Verona ‒ Köln mit vielen Umstiegen verbunden war im Gegensatz zur Hinfahrt an den Gardasee.
Der Flughafen von Verona ist nur wenige Kilometer von der Innenstadt entfernt und sehr gut zu erreichen, egal, ob du ankommst oder abfliegst. Im zwanzig Minuten Takt verkehrt der sogenannte Airlink-Bus, die Linie 199, die den Flughafen mit dem Hauptbahnhof Porta Nuova Railway Station verbindet. Von hier aus kannst du entweder ein gutes Stück zu Fuß gehen oder dir die richtige Buslinie für deine Endstation in Verona raussuchen.
Da ich, wie erwähnt, von Verona aus nur zurückgeflogen bin, lief ich zum Hauptbahnhof und fuhr die Strecke mit dem Airlink zum Flughafen. Die Fahrt dauert 15 Minuten, ein Einzelticket kostet 7 Euro (Stand: Februar 2025)
Wie eingangs erwähnt war Verona für mich Liebe auf den ersten Blick. Vielleicht kann man Verona allein deswegen schon als Stadt der Liebe bezeichnen. Das Besondere an Verona ist die Altstadt. Dass die Gebäude, Denkmäler, Skulpturen und Brücken unterschiedlichster Epochen so gut erhalten und trotzdem mit der Moderne vereint sind, macht Verona für mich zu einem meiner Lieblingsorte meiner Gardasee-Reise.
Für Verona kann ich definitiv eine Empfehlung aussprechen! Jedoch muss ich fairerweise dazu sagen, dass du bestenfalls ein Faible für oder Interesse an Geschichte und Kultur mitbringen solltest. Natürlich kannst du in Verona auch wunderbar shoppen – aber da dies nicht meine Intention war, bin ich in diesem Blogbeitrag nicht darauf eingegangen. Sollte dich die Stadt an der Etsch interessieren, plane zwei bis drei Tage ein, damit du alles in Ruhe besichtigen und auf dich wirken lassen kannst.
Alleine in Verona unterwegs zu sein, hat hervorragend funktioniert. Die Menschen sind offen und freundlich, ich habe mich zu jeder Zeit sicher gefühlt und wurde – im Gegensatz zu Catania, Sizilien – nicht merkwürdig angesehen, weil ich allein unterwegs war. So zumindest mein Eindruck. Natürlich gelten auch für eine Stadt wie Verona die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie in anderen Ländern und Deutschland: Achtsam sein, nicht betrinken, keine Getränke und Gegenstände unbeaufsichtigt lassen und stets vorher informieren, was aktuell Sache in einem Land oder einer Stadt ist, zum Beispiel beim Auswärtigen Amt.
Über mich
Hey, ich bin Katrin, schön, dass du auf meinem kleinen Reiseblog gelandet bist. Ich bin leidenschaftlich gerne unterwegs, liebe es, neue Menschen und Orte kennenzulernen und immer wieder ein bisschen mehr von mir selbst. Der Blog richtet sich an alle, die gerne alleine reisen oder es einfach mal ausprobieren wollen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Stöbern.
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