Aci Castello und Aci Trezza sind zwei kleine Ortschaften nördlich von Catania, nur einen Steinwurf entfernt. Sie sind bekannt für eine normannische Burg und die sagenumwobenen Zyklopeninseln. Von Catania aus habe ich mit dem Hop-on-Hop-off-Bus einen kurzweiligen Ausflug dorthin unternommen. Von meinen Eindrücken und Erfahrungen liest du hier.
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Während meines einwöchigen Urlaubs in Catania auf Sizilien habe ich verschiedene Ausflüge ins Umland unternommen. Einer der etwas “leichteren Art” führte mich ins neun Kilometer entfernte Aci Castello sowie ins benachbarte Aci Trezza. Während ich Syrakus und Taormina auf eigene Faust plante, entschied ich mich in diesem Fall, den Hop-on-Hop-off-Bus zu nehmen.
Der Anbieter “Tourist Service” war in der Innenstadt von Catania mit seinen unterschiedlichen Angeboten allgegenwärtig präsent und mir schon fast ein wenig zu aufdringlich. In diesem Fall erschien mir deren Panoramabus mit dem Hop-on-Hop-off-Prinzip jedoch eine
gute Möglichkeit, bequem die beiden Orte an der Küste anzufahren.
Der Hop-on-Hop-off-Bus fährt durch Catanias Zentrum, entlang der Küste bis nach Aci Castello und Aci Trezzo und dann wieder zurück nach Catania. Die gesamte Tour dauert je nach Verkehrsaufkommen etwa 80 Minuten und kostet 15 Euro. Gleichzeitig gibt’s im Bus über einen Audioguide viele Infos in verschiedenen Landessprachen zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten und Orten, an denen der Bus vorbeifährt.
Der Bus startet an der Piazza Duomo in Catania. Je nach Saison gelten laut aktuellem Flyer folgende Zeiten:
Du kannst an jeder Haltestelle aussteigen, wo du möchtest und bei einem späteren Bus wieder zusteigen, um die Route weiterzufahren. In meinem Fall war es so, dass die meisten Fahrgäste nur eine Rundfahrt machten oder für einen Fotostopp ausgestiegen sind. Der Bus, zumindest als ich damit fuhr, machte in Aci Castello und Aci Trezza jeweils einen kurzen Stopp, damit die Fahrgäste aussteigen und Fotos machen konnten. Dann ging es weiter. Oder man bleibt halt am Ort, sieht sich alles an und wartet anschließend auf den nächsten Bus.
Die Sache mit den Hop-on-Hop-off-Bussen ist, dass man nicht genau weiß, wann der nächste Bus kommt, wenn man nicht an der Piazza Duomo einsteigt. Der einzige Anhaltspunkt ist, dass die Busse im 60- oder 90-Minuten-Takt fahren, und je nach Verkehrsaufkommen entsprechend Zeit benötigen. Als ich in Aci Castello ausstieg, wusste ich nur sehr grob, wie viel Uhr es war (mein Anhaltspunkt für die Rückfahrt). Es schwang während des Wartens jedoch immer eine gewisse Unsicherheit mit, wann der nächste Bus kommen würde oder ob ich ihn vielleicht verpasst hätte.
Daher mein Tipp an dich: Wenn du den Bus verlässt, schau ganz bewusst auf die Uhr, damit du eine Richtlinie hast, wann du wieder an der Haltestelle sein solltest. Ich kann mich nicht an einen Aushang mit Abfahrtszeiten vor Ort erinnern – möglicherweise hat sich das mittlerweile geändert.
Aci Castello liegt nur etwa neun Kilometer von Catania entfernt und hat rund 18.000 Einwohner. Der Ort entwickelte sich ab 1169 um das normannische Kastell, als der Ätna ausbrach und die Menschen vom Festland Zuflucht bei der Insel mit der Festung suchten, die damals noch als solche existierte. Seit dem Mittelalter hob sich die Küste durch vulkanische Eruptionen unter Wasser um einige Meter, sodass das Castello heute auf dem Festland steht.
Aci Trezza gehört zu Aci Castello und ist mit etwa 5.000 Einwohnern deutlich kleiner. Die Ortschaft war einst ein kleines Fischerdorf und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für die Catanesi.
Die Küstenlage am Mittelmeer macht die beiden kleinen Orte nicht nur für die Einheimischen attraktiv, sondern auch für Touristen wie mich. In Aci Castello nahm ich mir neben dem Besuch des Castello Normanno Zeit, durch die Gassen zu schlendern, genoss die freundliche Atmosphäre, erfreute mich an den kleinen Plätzen, die liebevoll gestaltet sind, und atmete die salzige Luft ein.
Aber ich war aus einem anderen Grund hier: Ich wollte mir das Castello Normanno ansehen. Es wurde 1076 von den Normannen erbaut – ursprünglich auf einer kleinen Insel und vermutlich auf den Ruinen einer vorigen Festung. Durch vulkanische Eruptionen unter Wasser hob sich die Festungsanlage auf dem schwarzen Basalt aus dem Meer empor und ist heute mit dem Festland verbunden.
Besucher können die Burg besichtigen, der Eintritt kostet 3,50 Euro (Stand: Januar 2025). Eine lange Treppe an der linken Flanke führt hinauf. Als ich dort war, haben zwei Herren die “Kasse gemacht”, die mit Leidenschaft ihre Arbeit ausführten. Sie haben allen Besuchern erklärt, wie und wo sie am besten langlaufen und viele Informationen vermittelt. Mit einem der beiden habe ich mich besonders gut verstanden, wir haben – zur Belustigung aller – dank seines Engagements die Balkonszene von Romeo und Julia nachgespielt. Ich habe von seinem italienischen Monolog nichts verstanden, aber es gab Applaus :-)
Im Kastell gibt es neben einer kleinen Ausstellung auch einen botanischen Garten. Ich habe den Aufenthalt dort richtig genossen und mir viel Zeit gelassen. Von den oberen Stockwerken hat man eine schöne Aussicht über den Ort, das Mittelmeer und die Zyklopeninseln bei Aci Trezza.
Das Castello Normanno öffnet in der Regel ab 9 Uhr. Beachte, dass es über die Mittagszeit, von 13 bis 15 Uhr geschlossen hat. Aktuelle Öffnungszeiten und Anpassungen kannst bei Google oder auf der Website einsehen.
Anschließend ging es für mich weiter in den ehemaligen Fischerort Aci Trezza. Ich hätte von Aci Castello die gut zwei Kilometer rüberlaufen können, da habe ich ehrlicherweise einfach nicht dran gedacht. Im Nachhinein ein Moment von “Hätte ich doch mal …”. Der Bus fuhr das kurze Stück in den Nachbarort und legte eine zehnminütige Pause für einen Fotostopp ein. Leider musste er etwas abseits der Küste halten, sodass wir Fahrgäste zügig zur Küste liefen, Fotos von den Sehenswürdigkeiten Zyklopeninseln machten und zügig wieder zurückliefen.
Mein Tipp: Solltest du einen solchen Ausflug mit dem Hop-on-Hop-off-Bus planen, würde ich empfehlen, zwischen den Orten hin und her zu laufen, dann kannst du dir alles in Ruhe ansehen und hast genug Zeit – ohne zweimal auf den Bus warten zu müssen.
Aci Trezza ist bekannt für die Zyklopeninseln, das Meeresschutzgebiet Isole dei Ciclopi. Sie liegen etwa hundert Meter vor der Küste und sind vulkanischen Ursprungs. Noch bekannter sind sie jedoch als Teil der griechischen Mythologie, Homers Odyssee, wie der Name Zyklopeninseln bereits erahnen lässt. Der Zyklop Polyphem nahm Odysseus und zwölf seiner Gefährten gefangen. Durch eine List und der brutalen Blendung Polyphems schafften es Odysseus und sechs überlebende Gefährten, sich zu befreien und mit dem Schiff zu fliehen. Der wütende Zyklop schleuderte ihnen Steinbrocken hinterher, die in späteren Überlieferungen mit den Felsen vor Aci Trezza gleichgesetzt werden.
Auf Sizilien gibt es verschiedene Orte, die einen Bezug zur griechischen Mythologie haben. Irgendwie faszinierte mich das, vielleicht weil sie vergangene Kulturen lebendig werden lassen und die Geschichten auf seltsame Art und Weise real werden. Wie hier, bei den Zyklopeninseln. Mit den Mythen haben die Menschen damals etwa Phänomene der Natur erklärt. Woher sollten sie auch wissen, dass die Zyklopeninseln bei einem Ausbruch basaltischer Lava am Meeresgrund entstanden sind?
Bei der Rundfahrt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus handelte es sich um einen kurzweiligen, unkomplizierten Ausflug für einen halben Tag. Für mich war es an dem Tag passend, weil ich mich um nicht viel kümmern musste und auch der Preis für 15 Euro war für mich in Ordnung. Ich wollte mich ein bisschen durch die Gegend fahren lassen, mir Infos über den Audioguide anhören und die Aussicht vom Panoramabus aus genießen.
Was ich anders gemacht hätte? Ich hätte rückblickend Aci Castello und Aci Trezza direkt miteinander verbunden, um so in beiden Orten angemessen Zeit zu verbringen, statt in Aci Trezza nur für einen Fotostopp auszusteigen. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Wenn du ein bisschen Zeit an der Ostküste von Sizilien übrig hast, sind die beiden Orte meiner Meinung nach einen Besuch wert. Vielleicht sind sie nicht so berühmt wie Palermo oder Taormina, aber sie sind zwei kleine süße Orte, die eben auch das Bild und die Geschichte von Sizilien prägen.
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Hey, ich bin Katrin, schön, dass du auf meinem kleinen Reiseblog gelandet bist. Ich bin leidenschaftlich gerne unterwegs, liebe es, neue Menschen und Orte kennenzulernen und immer wieder ein bisschen mehr von mir selbst. Der Blog richtet sich an alle, die gerne alleine reisen oder es einfach mal ausprobieren wollen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Stöbern.
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